Großstadtnetzwerk für Bildung: Gemeinsame Verantwortung für bessere Bildungschancen
Zur Bundeskonferenz Kommunales Bildungsmanagement 2026 hat das Großstadtnetzwerk für Bildung das Positionspapier “Großstädte als Motoren für mehr Bildungsgerechtigkeit – für eine gemeinsame Bildungsverantwortung” veröffentlicht. Darin thematisiert es Rahmenbedingungen zur Förderung der Bildungsgerechtigkeit vor Ort und benennt Voraussetzungen für eine gute Zusammenarbeit im föderalen Bildungssystem.
Das Positionspapier knüpft an frühere kommunalpolitische Positionierungen (wie die Aachener Erklärung 2007 und die Münchner Erklärung 2012) an und greift bestehende gesellschaftliche Herausforderungen auf: Migration, Armut, Fachkräftemangel, soziale Spaltung und mehrfach zusammenwirkende globale Krisen.
Hintergrund des Positionspapiers
Das Großstadtnetzwerk für Bildung ist ein selbstorganisierter, bundesweiter Zusammenschluss kommunaler Fachkräfte aus deutschen Großstädten. Am 1. und 2. Oktober trifft sich das Netzwerk zur Jahrestagung in Dortmund zum Thema „Aufwachsen im Sozialraum“. Interessierte Kommunen können sich über grossstadtnetzwerk@stadtdo.de anmelden.
Bezugspunkt des Positionspapiers ist das Startchancenprogramm, das zwar eine enge Verzahnung von Bund, Ländern und Kommunen anstrebt, doch in der Praxis sehen sich Kommunen oft nur punktuell berücksichtigt. Daraus ergibt sich auch die zentrale Forderung der Großstädte: eine klare und verbindliche Einbindung kommunaler Großstadtexpertise. Dabei wollen sie nicht allein als Schulträger, sondern auch in ihrer Funktion als Jugendhilfeträger und strategischer Akteur mit Steuerungsfunktion in der kommunalen Bildungslandschaft wahrgenommen werden.
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Zentrale Forderungen
Das Positionspapier richtet sich an alle drei staatlichen Ebenen:
- Bund: langfristig, gesicherte Förderprogramme mit klaren, messbaren Zielen sowie die Anerkennung von Kommunen als gleichberechtigte Vertragspartner und Mitgestaltende von Bundesprogrammen.
- Länder: Gestaltung einer verbindlichen Zusammenarbeit und ein stärkerer Einbezug der kommunalen Expertise, zum Beispiel der kommunalen Bildungsdaten oder Netzwerke; Inklusion ermöglichen durch eine ausreichende Ausstattung der Regelschulen sowie eine Weiterentwicklung der Bildungsdaten, beispielsweise durch eine Schüler-ID.
- Kommunen: die strategische Verankerung von Bildung als kommunales Handlungsfeld, die Schaffung kohärenter Strukturen von der frühkindlichen Bildung bis zur beruflichen Integration und eine engere Verzahnung von Jugendhilfe und Schule.
Das Papier betont zudem, dass Chancengerechtigkeit, Inklusion und Qualitätsentwicklung ohne ausreichende Ressourcen nicht zu realisieren seien. Viele kommunale Haushalte stehen unter erheblichem Einsparungsdruck, was multiprofessionelle Teams, moderne Lernumgebungen und verlässliche Präventionsketten gefährdet.
Zusammenarbeit im Sinne des kooperativen Bildungsföderalismus
Im Fazit resümiert das Netzwerk: Damit die Innovationskraft der Großstädte wirken kann, braucht es gemeinsame Ziele, geteilte Verantwortung, integrierte Steuerung, langfristige Verbindlichkeit und faire Ressourcenausstattung. Zudem wird betont, dass Bildung strukturelle Defizite anderer Politikfelder nicht allein ausgleichen kann und finanzschwache Kommunen besonderer Unterstützung bedürfen.
Das Positionspapier macht auch deutlich, dass keine der drei Ebenen – Bund, Länder oder Kommunen – die bestehenden Herausforderungen allein bewältigen kann. Dieser Punkt steht auch im Zentrum der gemeinsamen Erklärung “Gemeinsam für starke kommunale Bildungslandschaften” des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), der Länder und der kommunalen Spitzenverbände, die ebenfalls zur Bundeskonferenz Kommunales Bildungsmanagement 2026 erschienen ist.
