PISA 2025: Deutschland verzeichnet deutlichen Leistungsrückgang
Die am 8. September 2026 veröffentlichten PISA-Ergebnisse zeigen, dass die Leistungen der 15-Jährigen in Deutschland in Mathematik (464 Punkte), im Lesen (465 Punkte) und in den Naturwissenschaften (486 Punkte) auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebungen gesunken sind. Im Vergleich zu 2022 bedeutet dies einen Rückgang um 11 Punkte in Mathematik, 15 Punkte im Lesen und 6 Punkte in den Naturwissenschaften. Rund 760.000 Schüler*innen in 91 Staaten und Regionen (darunter 38 OECD-Mitgliedsstaaten) nahmen an der Studie teil.
Deutschland im internationalen Vergleich
Die erreichten Punktwerte liegen in allen drei Kompetenzbereichen nahe am OECD-Durchschnitt. Im internationalen Vergleich belegt Deutschland in den Naturwissenschaften Rang 23, im Lesen Rang 24 und in Mathematik gemeinsam mit Schweden Rang 25.
Besonders alarmierend ist, dass rund ein Drittel der deutschen Schüler*innen in Mathematik und Lesen nicht das grundlegende Mindestniveau der Kompetenzstufe 2 erreicht. Diese Fähigkeiten gelten als wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Teilhabe an Ausbildung, Beruf und Gesellschaft. Nur zwischen sieben und neun Prozent der Jugendlichen erreichen mit den Kompetenzstufen 5 oder 6 die Leistungsspitze.
Die Bildungsschere geht weiter auseinander
Der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg bleibt in Deutschland besonders stark. Sozioökonomisch privilegierte Schüler*innen liegen in den Naturwissenschaften 125 Punkte vor benachteiligten Jugendlichen; dieser Unterschied übersteigt somit den OECD-Durchschnitt von 85 Punkten deutlich. Auch der Migrationshintergrund beeinflusst die Ergebnisse: Jugendliche ohne Zuwanderungshintergrund erreichen in den Naturwissenschaften durchschnittlich 521 Punkte. Jugendliche, die selbst im Alter von mindestens elf Jahren zugewandert sind, kommen dagegen auf 392 Punkte. Die Unterschiede hängen auch mit sozialen Faktoren wie Herkunft, Geschlecht und der zu Hause gesprochenen Sprache zusammen.
Digitale Ablenkung und Mobbing als zusätzliche Herausforderungen
Zudem ist Mobbing ein wachsendes Problem: 31 Prozent der Jugendlichen sind mindestens mehrmals im Monat davon betroffen, womit der Anteil damit deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 20 Prozent liegt. Besonders gravierend sind die Auswirkungen von Cybermobbing, das mit einem Leistungsunterschied von 37 Punkten einhergeht.
Die PISA-Studie
Die PISA-Studie (Programme for International Student Assessment) ist eine internationale Schulleistungsstudie der OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development), die alle drei Jahre die Kompetenzen 15-Jähriger in den Bereichen Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften testet und von der Kultusministerkonferenz sowie dem Bundesbildungsministerium in Deutschland durchgeführt wird.
Den Download zur Studie finden Sie hier: PISA-Studie
