Stadt Offenbach zieht Zwischenbilanz zum Aktionsplan gegen Kinderarmut
Mit dem „Kommunalen Aktionsplan gegen Kinderarmut“ hat die Stadt Offenbach vor einem Jahr einen umfassenden Prozess angestoßen, um die Lebenslagen von Kindern, Jugendlichen und Familien nachhaltig zu verbessern. Seither wurden zahlreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht, Kooperationen ausgebaut und neue Unterstützungsstrukturen entwickelt. Ziel ist es, Familien in belasteten Lebenssituationen frühzeitig zu erreichen und ihnen bessere Chancen auf Bildung, Gesundheit sowie soziale und kulturelle Teilhabe zu eröffnen.
Angebote nah am Alltag von Familien
Im Zentrum des Aktionsplans stehen niedrigschwellige und gut erreichbare Angebote, die dort ansetzen, wo Kinder und Familien ohnehin sind: in Kitas, Schulen, Familienzentren und im Stadtteil. Koordiniert wird die Umsetzung durch das Jugendamt gemeinsam mit weiteren Ämtern und Kooperationspartnern. So entstehen beispielsweise im Lauterborn und im Nordend bedarfsgerechte Angebote für Familien, deren Kinder kurz vor dem Schuleintritt stehen und besondere Unterstützung benötigen, etwa weil kein Kitaplatz vorhanden ist, sprachliche Hürden bestehen oder wichtige Informationen zum Bildungssystem fehlen. Gemeinsam mit Partnern wie dem DRK Kreisverband Offenbach werden Elterncafés, Eltern-Kind-Gruppen, Sprachkurse und wohnortnahe Informationsangebote aufgebaut.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der gesundheitlichen Förderung von Kindern und Familien. Bereits etabliert ist das Gesundheitscafé für Familien in der Luisenstraße, wo Themen rund um Gesundheit, Entwicklung und Unterstützungsmöglichkeiten in einem offenen Rahmen besprochen werden. Aufgrund der positiven Resonanz ist vorgesehen, vergleichbare Angebote auch in weiteren Stadtteilen auszubauen.
Zugleich setzt der Aktionsplan auf die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. In der Workshopreihe „Kinderrechte und Armut“ setzen sich Schüler*innen gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendparlament mit ihren Erfahrungen von Benachteiligung und Ungleichheit auseinander.
Zentrale Maßnahmen und nächste Schritte
Zu den wichtigsten bereits gestarteten Maßnahmen gehören außerdem das Projekt ECHO zur Unterstützung von Bildungsübergängen im Lauterborn, das inklusive Betreuungsangebot Nordentchen für Kinder ohne Kitaplatz sowie die Qualifizierungsreihe „Armutssensibilität“ für Fachkräfte.
Für 2026 sind weitere Schritte geplant, darunter die Kita-Eingangsuntersuchung zur frühen Erkennung von Förderbedarfen, Multiplikatorenschulungen von Jugendlichen für Jugendliche zu Bildungs- und Teilhabeleistungen, Familienangebote im Rahmen von „Jugendhilfe an Grundschule“ sowie die Überarbeitung des städtischen Familienwegweisers.
Mit ihrem Aktionsplan zeigt die Stadt Offenbach, wie kommunale Armutsprävention konkret ausgestaltet werden kann: durch frühe Hilfen, vernetzte Kooperationen und Angebote, die Familien in ihrem Alltag tatsächlich erreichen.
Weitere Informationen zu den Maßnahmen gegen Kinderarmut in Offenbach finden Sie auf der städtischen Website.
