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Armut gefährdet die psychische Gesundheit – Welche Rolle kann kommunales Bildungsmanagement bei Prävention und früher Intervention übernehmen?
Veranstalter: REAB Hessen
Am 27. März 2026 fand die Online-Veranstaltung „Bildungslandschaft meets..." zum Thema Armut und psychische Gesundheit von Kindern statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Rolle das datenbasierte kommunale Bildungsmanagement (DKBM) bei der Prävention und frühen Intervention übernehmen kann.
Den wissenschaftlichen Impuls gab Dr. Laura Castiglioni, Leiterin der Fachgruppe „Familienpolitik und Familienförderung" am Deutschen Jugendinstitut (DJI). Aus soziologischer Perspektive beleuchtete sie den Zusammenhang zwischen Armut und psychischer Gesundheit im Kindesalter. Dabei zeigte sie auf, dass Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Familien ein deutlich erhöhtes Risiko für psychische Auffälligkeiten aufweisen – insbesondere dann, wenn Armut mit weiteren psychosozialen Belastungen wie familiären Konflikten, elterlichen Erkrankungen oder instabilen Lebenslagen einhergeht. Zudem machte sie auf bestehende Versorgungsengpässe aufmerksam: Viele diagnostizierte Kinder erhalten keine zeitnahe Behandlung. Gründe hierfür sind neben strukturellen Defiziten auch Informationslücken und Stigmatisierung.
Ergänzt wurde der wissenschaftliche Beitrag durch einen Einblick in die kommunale Praxis. Mareike Zielke, Koordinatorin der Präventionskette im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, berichtete über die praktische Umsetzung vor Ort und zeigte Anknüpfungspunkte zwischen Bildungsmanagement und Präventionsketten auf.
In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass Stigmatisierung nach wie vor eine zentrale Hürde darstellt, sowohl bei der Inanspruchnahme psychologischer Unterstützung als auch beim offenen Umgang mit Armut in Bildungseinrichtungen. Die Teilnehmenden betonten zudem die Bedeutung niedrigschwelliger Prävention bereits in Kita und Schule, etwa durch die Förderung sozialer und emotionaler Kompetenzen, den Einsatz von Gesundheitsfachkräften sowie eine stärkere Armuts- und Deprivationssensibilität bei pädagogischen Fachkräften.
- Programm
- Präsentation von Dr. Laura Castiglioni (DJI)
- Präsentation von Mareike Zielke (Landkreis Hersfeld-Rotenburg)
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